Hallo allerseits, ich werde hier mehr oder weniger regelmäßig über meine Auswanderung sowie Leben und Arbeiten als Trucker in Kanada und den USA berichten, um euch etwas daran teilhaben zu lassen. Angereichert wird das ganze mit Fotos und anderen Features.
Scenery und Hymne
Freitag, 12. März 2010
"The Cave"
Eine Anfrage meinerseits nach einer Ladung dorthin wurde leider mit dem Kommentar "Missouri is a misery for me" ad acta gelegt. Na ja, man kann eben nicht alles haben.
Dienstag, 23. Februar 2010
Strassenphilosphie und so kann es gehen
Daher heisst es nun genau auf Papiere, Logbuch und besonders Gewichtslimits zu achten. Genau das habe ich heute getan und nach meiner Abfahrt auch Moncton in Richtung Chicago den Truck getankt und gewogen, da mir die Position der Trailerachsen fuer das Ladungsgewicht falsch erschien. Und ich hatte recht, sogar mehr als ich wollte. Es stellte sich naemlich heraus, das die ganze Ladung um 1200 lbs zu schwer ist, was satt ueber der Toleranzgrenze liegt und auch mit sorgfaeltiger Achslastverteilung und Rechenspielchen mit der Betankung nicht ausgeglichen werden kann. Nun habe ich diese Prozedur nur etwa 50 km ausserhalb von Moncton durchlaufen damit eben noch rechtzeitig reagiert werden kann. Man beorderte mich zurueck zum Midland Kuehlhaus hier in Moncton, wo man die Ladung auf einen neueren und leichteren Trailer umladen will, denn der momentane Trailer ist Bj.99 und somit nicht gerade State of the Art. Dummerweise ist aber momentan das Geschaeft eher ruhig und somit dieses Lager nicht rund um die Uhr besetzt und ich stehe nun genau in dieser Pause. "One of those Days" kommentieren das die kanadischen Kollegen dann lakonisch, waehrend ich mit meiner Selbstbeherrschung ringe. Aber nun gut.
Es gibt aber auch gute Nachrichten. Der PR-Prozess von mir und vielen meiner Freunde macht gute Fortschritte, der harte Kern der Bande ist allen Unkenrufen zum Trotz immer noch hart und gewisse Leute, die uns deswegen sogar in einen unschoenen Kleinkrieg gezwungen haben, muessen nun heimlich den Rueckzug antreten. Keiner von uns ist deswegen traurig aber auch nicht euphorisch, so wichtig sind diese Individuen auch wieder nicht.
In guter Tradition nun das Fundstueck der Woche aus dem Filmarchiv von Youtube. Diesmal ein kanadischer Kollege, der mal etwas Philosophie und Psychologie in seinen Roadmovies ausdrueckt. Hier zeige ich den ersten Teil seiner kleinen Miniserie, wer mehr sehen will, braucht nur den Channel des Autors zu oeffnen und wird bedient. So enjoy and see you.
Sonntag, 13. September 2009
Nix is fix
Die folgenden Touren liefen nicht besonders spannend ab. Grundsätzlich ähneln sie doch sehr den Touren, die ich bei Seafood Express gemacht habe, also von PEI nach New Jersey oder Pennsylvania und dann über Toronto wieder zurück. Nur sind sie meist straffer und besser organisiert, was mir bei den gleichen Entfernungen einen Tag pro Woche mehr Freizeit bei höherem Lohn einbringt. So können die Unterschiede zwischen den Companies aussehen, auch wenn das System, nach dem sie arbeiten, ziemlich gleich ist, soweit ich es verstanden habe. Was mir dabei allerdings immer etwas gefehlt hat war der gelegentliche Ausflug in den Westen. Midland ist in diesem Sektor eigentlich nicht vertreten, da man sein Geschäft nun mal auf gewisse Lnienverkehre konzentriert und hier auch erfolgreich arbeitet.
Dennoch kommt es gelegentlich aufgrund des Marktes zu Ausnahmen und eine davon nun auf mich zu. Ein Run nach Colorado Springs, Co. Ich kann also einen weiteren Staat in meiner USA-Karte unten schraffieren, denn alle anderen auf dem Weg habe ich schon befahren. Ich sehe das aber auch mal als Anerkennung meiner bisherigen Leistungen, denn man bedenke, das ich erst seit fünf Wochen in diesem Bereich und mit meinem jetzigen Dispatcher arbeite.
Wie man sieht gibt also doch immer wieder Veränderungen, die sich allerdings mit zunehmender Routine hier nicht mehr so gravierend auswirken. Langeweile kommt aber dennoch kaum auf, daher auch die weniger häufigen Blogposts. Dieser Trip allerdings verdiemt eine detailierte Berichterstattung, die ich auch spätetstens nach meiner Rückkehr liefern werde. Also einfach wieder mal reinschauen.
Freitag, 28. August 2009
Wer suchet, der findet...
Sonntag, 16. August 2009
Nix ernstes !
Eines wollte ich euch aber doch gleich mal näherbringen. Als Freund des britischen Humors verfolge ich auch das ein wenig in Internet und bin dabei auf dieses nicht ganz ernstgemeinte Portrait meines Jobs gestossen. Allerdings verwenden die Briten anstatt des Wortes "Truck" auch mal den Begriff "Lorry". Daher "Lorry Driver".
Der Text dieser Parodie besitzt, wen wundert´s, mehr intelektuellen Tiefgang als das Original von Britney Spears, dieses punktet aber eindeutig im Bereich Sexappeal.
Und da das Wort Sexappeal euch sicher neugierig macht, hier das Original.
Montag, 20. April 2009
Du wirst nie zuhause sein...
...wenn du keinen Gast, keine Freunde hast. Dir faellt nie der Zauber ein, wenn du dich verschliesst, nur dich selber siehst".
Per Zufall stolperte ich neulich ueber diese Zeilen von Heinz Rudolf Kunze und kam doch ziemlich ins Gruebeln. Dabei fand ich heraus, das in diesen Worten doch recht viel Wahrheit steckt, besonders wenn man meine persoenliche Situation hier betrachtet, so wie ich sie in meinem letzten Posting beschrieben habe. Aber bevor ich diesen Gedanken aber weiter ausfuehre moechte ich mich zuerst ganz herzlich fuer den zahlreichen Zuspruch und Trost bedanken, der mich auf den verschiedenen Wegen erreichte. Ich werde die Emails hierzu auch noch alle beantworten, da die es einfach verdient haben. Leider laesst mir mein Job momentan kaum Zeit dazu, denn ich bin auch so schon kaum zuhause, sondern spaetenstens nach 48 Std. wieder auf Achse, wenn auch immer nur kurz.
Nun zurueck zum Thema. Nach dem ganzen Hickhack der letzten Wochen hatte ich mich doch sehr abgeschottet, was eigentlich nicht meine Art ist. Zwar geniesse ich immer noch in vollen Zuegen, das ich letztlich nach fast zwei Jahren hier in Kanada ein eigenes Heim allein bewohne. In letzter Zeit wurde dieses Haus aber mehr zu meinem Bunker, in den ich floh, kaum das ich dieInsel erreicht hatte. Wie bescheuert eigentlich. Ich habe keinen Grund, mich vor etwas oder jemand zu verstecken. Ich habe bisher meine Meinung immer in irgendeiner Form nach aussen vetreten und werde das auch weiterhin tun. Und ich werde mir mit Sicherheit nicht mein Leben von ein paar Leuten, die glauben, von eigenen Defiziten ablenken zu muessen indem sie andere schlecht reden oder schlimmeres tun,vorschreiben lassen. Waere ja noch schoener. Dazu gehoert auch, das ich mich nicht von meinen Freunden, die davon mehr betroffen sind als ich selbst, abwenden werde, wozu auch.
All das ist mir in den letzten Tagen, als ich mich mal wieder mit den einzelnen unterhalten habe, klar geworden. In einem dieser Gespraeche hat es David herrlich auf den Punkt gebracht, indem er das ganze Theater als " Lindenstrasse" bezeichnete. Dieser Bestandteil der dt.Fernsehkultur hatte seinerzeit aehnlich viel Einfluss auf mich, naemlich gar keinen. Ich habe wichtigeres zu tun, naemlich nach meiner Facon leben und das beschert mir schon gute Zeiten schlechte Zeiten genug, wobei die Treffen und Gespraeche mit meinen Kumpels hier zu den guten gehoeren.
Also werde ich mich wieder darauf konzentrieren, Kanada zu meinem Zuhause zu machen, wobei ich aber mit Bedacht vorgehe. Denn um mal die paradox klingende Formulierung eines schwaebischen Online Redakteurs zu gebrauchen, die wirtschaftliche Stagnation ist ruecklaeufig. Na was sich heute alles so Profi Journalist nennen darf. Aber wir sind hier noch lange nicht ueber den Berg, daher bin ich mit grossen Investitionen doch eher vorsichtig und baue lieber meinen Kontostand aus, der kuerzlich erfolgte Lohnsteuerjahresausgleich tat einen riesen Beitrag dazu. Denn hier bekommt man nach ca. einer Stunde Arbeit dafuer noch einen ordentlichen vierstelligen Betrag, anders als in De.
Wobei ich mir die einfachen Freuden des Lebens nicht vorenthalten muss, auch anders als in De.
Tourenmaessig werde ich wohl demnaechst mal eine kurze Zusammenfassung liefern, die Dinge sind allerdings auch nicht so aufregend in letzter Zeit, nach zwei Jahren hier ist doch recht viel Routine eingekehrt und viele Dinge habe ich auch schon frueher in diesem Blog umfangreich beleuchtet.
Natuerlich will ich euch aber nicht das Lied vorenthalten, aus dem ich oben zitiert habe.